Stone Town Sansibar

Wenn ihr euren Urlaub auf Sansibar verbringt, dürft ihr keinesfalls verpassen, euch Sansibar Stadt anzuschauen. Die Stadt pulsiert und ist ein Schmelztiegel der verschiedenen Kulturen begründet durch ihre lange, teils auch grausame, Geschichte. Wenn ihr euch für Geschichte, Kulinarik und Kultur interessiert, werdet ihr hier mehr als fündig und solltet euch einen Besuch von Sansibar Stadt und insbesondere Stone Town, dem alten Kern, keinesfalls entgehen lassen. 

Läuft man heute durch das kommerzielle Zentrum der Stadt, dann kann man sich nur allzu leicht in vergangene Jahrhunderte zurückversetzen und sich das Treiben in den Gassen vorstellen. Diese alten Straßen, die einen eigenwilligen Charme versprühen und gefüllt sind von Menschen, die Fremde freudig und offen mit einem Jambo begrüßen.
Die vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten und die in die Jahre gekommenen ehemals prunkvollen Häuser, welche die Geschichte des Seehandels und der verschiedenen Kulturen widerspiegeln, lassen erahnen warum Stown Town 2000 als UNESCO Weltkulturerbestätte ernannt wurde. Die Stadt versprüht eine Magie, der sich kaum jemand entziehen kann. Hinter jeder Ecke scheint sich ein neues Geheimnis zu lüften, exotische Düfte werden erschnuppert und machen neugierig auf mehr. Kommt mit uns, wir nehmen euch mit auf eine Reise in diese sehr eigene und bezaubernde Stadt. In diesem Artikel erfahrt ihr alles, was ihr wissen müsst, um einen unbeschwerten und erlebnisreichen Tag im Handelszentrums Zanzibars zu erleben.

Geschichte und Kultur

Um Sansibar Stadt zu verstehen, darf die Geschichte nicht außen vor gelassen werden. Bereits seit Jahrhunderten war Zanzibar ein wichtiger Handelsplatz, da das Archipel vor Tansania entlang der alten Seewege zwischen Asien und Afrika liegt. Sein Wert steigerte sich umso mehr als Zanzibar unter der Herrschaft der Omaner Gewürzplantagen errichtet und diese kostbaren Gewürze von dort in die Welt geschickt wurden. Doch der Handel war nicht nur von dieser Natur: Die Insel machte sich einen Namen durch den massiven Sklavenhandel, der unter eben dieser Herrschaft vom 17.-19. Jahrhundert von dort aus betrieben wurde. Sklaven wurden in Stone Town zum Verkauf geboten und über die Handelsroute auf die ganze Welt, überwiegend in den Nahen Osten, verschifft. Auch im Gedenken an den größten Sklavenmarkt Afrikas wurde Stone Town als UNESCO Weltkulturerbe ernannt.
Der alte Kern von Sansibar Stadt, Stone Town, wie man ihn heute noch sehen kann, wurde großteils in den 1830er Jahren errichtet, auch wenn einige der Bauten auch schon aus vorherigen Jahrhunderten stammen. Die Gebäude sind noch vorhanden und unzerstört, allerdings nimmt der Verfall mehr und mehr zu und man kann die Pracht von damals nur erahnen.
Nicht nur die Omaner hatten ein Auge auf Sansibar geworfen. Bereits im 15. Jahrhundert errichteten die Portugiesen einen Handelsposten auf der Insel und 1890 wurde es zum Britischen Protektorat ernannt. Erst im vergangenen Jahrhundert wurde das Archipel zusammen mit dem Festland zum unabhängigen Staat Tansania erklärt. Heute besteht die Bevölkerung überwiegend aus Afrikanern, wovon schätzungsweise 95% muslimisch geprägt sind.

    Auf eine Entdeckungstour nach Sansibar Stadt

    Wir möchten euch nun mitnehmen, die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten und Highlights des Zentrums dieses Inselparadieses zu erkunden. Sansibar ist generell nicht sehr groß und so könnt ihr ohne Eile die Stadt an einem einzigen Tag erkunden. Viele der Sehenswürdigkeiten begegnen euch bei einem gemütlichen Spaziergang durch Stone Town.

    Das Haus der Wunder (House of Wonders)

    Das Haus der Wunder, auf arabisch Baj-al-ajaib, befindet sich an prominentester Stelle direkt an der Hafenpromenade zwischen dem Old Fort und dem Palace Museum. Es ist das höchste Gebäude Sansibars und mit seinem Uhrenturm von weit her erkennbar. Der Sultan von Zanzibar lies das House of Wonders als seinen Zeremonienpalast erbauen. Das besondere an diesem Bauwerk war, dass es zum Zeitpunkt seiner Erstellung das erste in Ostafrika war, welches mit fließendem Wasser dienen konnte und neben Elektrizität sogar über einen Aufzug verfügte. Das Haus der Wunder war der Öffentlichkeit in der Vergangenheit als ein Museum zugänglich. Seit einem Unwetter ist der Zutritt leider nicht mehr möglich, dennoch solltet ihr euch dieses, damals so wunderliche Gebäude, unbedingt von außen ansehen. 

      Die Alte Festung (Old Fort)

      Die Alte Festung befindet sich direkt neben dem House of Wonders und ist eine Sehenswürdigkeit, die definitiv auch auf eurer Liste stehen sollte. Die alte Festung, das Arabische Fort oder Old Fort, wie es auch genannt wird, dient heute als Anlaufpunkt für Touristen: Ein kulturelles Zentrum wurde erschaffen, ein Touristenbüro und auf den Außenflächen befindet sich ein großes Amphitheater, durch welches man hindurch schlendern kann. Ursprünglich wurde das Gebäude von 1698-1701 von den Omani-Arabern gebaut, um sich gegen Angriffe durch die Portugiesen zu schützen.

        Palast des Sultans

        Das heutige Palace Museum wurde im 19. Jahrhundert zunächst als Sultanspalast erbaut. Es diente dem regierenden Sultan als Regierungssitz und darüber hinaus seiner Familie als Wohnsitz. Nach dem Sturz des letzten Sultans in 1964 wurde es zunächst als Verwaltungsgebäude genutzt. Heute kann man den ehemaligen Sultanspalast, als das Palace Museum besuchen. Alleine aufgrund der prunkvollen Schätze, Geschenke früherer Staatsoberhäupter, die ihr dort in Augenschein nehmen könnt, ist der Sultanspalast eine Sehenswürdigkeit.

          Der ehemalige Sklavenmarkt & die Anglikanische Kathedrale 

          Nachdem der Sklavenhandel in Zanzibar endlich verboten wurde, wurde auf der Fläche des ehemaligen Sklavenmarktes die Anglikanische Kathedrale Sankt Josef erbaut. Sie wurde zur Feier der Beendigung des Sklavenhandels 1903 eingeweiht und beherbergt ein Museum, welches die Erinnerung an die Gräueltaten wachhalten soll. Auf dem Außengelände des ehemaligen Sklavenmarktes sind in der Mitte des Platzes Bronzefiguren von Sklaven im Boden verankert. Sie sollen an die grausame Geschichte erinnern und als eine Mahnung dienen. Sogleich dieser Ort auch in der Mittagshitze eine Gänsehaut verursachen kann, solltet ihr hier einen Halt machen und ein Stück Geschichte mitnehmen.

            Darajani Markt

            Zwar geht es jetzt um Kulinarik, doch wenn ihr alle Teile des Darajani Markt besucht wollt, braucht ihr einen starken Magen. Schon von weitem riecht man den Fisch- und Fleischmarkt, deswegen legen wir euch auch den Besuch zu den früheren Stunden des Tages nahe, bevor die Mittagshitze die Gerüche intensiviert. Doch versteht dies nicht falsch: Der Darajani Markt ist ein absolutes Muss! Auf dem Marikiti Kuu (Swahili für Hauptmarkt) erlebt ihr Afrika hautnah. Hier wird gefeilscht und die großen Familieneinkäufe werden gemacht. Es gibt kaum etwas, was man hier nicht bekommt: Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Getreide, Gewürze und inzwischen auch Souvenirs. Bereits im Außenbereich stehen Händler, die ihre Waren zum Kauf anbieten und innen ist alles nach Bereichen aufgeteilt. Der Darajani Bazaar ist eindrucksvoll, laut und ein Eintauchen in eine fremde und sehr authentische Welt. Wenn ihr schon dort seid, solltet ihr auf jeden Fall einige der exotischen Gewürze erwerben – doch denkt daran, nicht ohne Feilschen. 

              Forodhani Garden

              Sobald es dämmert, schlagen Straßenstände ihr Quartier auf und bereiten sich für den Abend vor. In bester Lage mit Ausblick auf das Meer findet direkt an der Uferpromenade ein kulinarisches Feuerwerk statt: der Forodhani Garden. Es werden verschiedenste Spezialitäten aus Afrika und insbesondere Tanzania angeboten. Die Küche Zanzibars hat durch ihre kulturelle Vielfalt viele arabische und portugiesiche Einflüsse integriert. Gepaart mit den teils bekannten und teils exotischen Gewürzen, die an ihrem Ursprungsort noch einmal doppelt so gut schmecken, könnt ihr euch hier auf ein tolles Erleben gefasst machen. Bedenken braucht ihr übrigens keine haben: gekocht werden die Speisen mit hohen Hygienestandards im Forodhani Gardens – also auch für den touristischen Magen geeignet. Allerdings gilt auch hier: handeln, handeln, handeln. Da hier auch die Einheimischen Essen gehen, sollte ein Gericht nicht mehr als umgerechnet einige Euros kosten.

                Zeit für eine richtige Pause: Die besten Bars & Restaurants in Sansibar Stadt

                Eine der bekanntesten und immer zu empfehlenden Plätze ist das Zanzibar Coffee House: Dieses wunderschöne Kleinod im Zentrum von Stone Town ist der perfekte Ort für eine kleine Pause am Nachmittag. Hausgemachte Kuchen, Kaffeevariationen für jeden Geschmack und ein besonderes Ambiente runden das Erlebnis ab. 

                Bodenständige, einfache und leckere afrikanische Küche bekommt ihr im Lukmaan. Das Lukmaan ist stets gut besucht und man findet dort sowohl Einheimische als auch Touristen. Die Preise sind sehr moderat und ihr könnt entweder im Innenbereich oder auf der Terrasse ein Plätzchen finden. Eure Gerichte könnt ihr am Tisch oder direkt an der Theke ordern – einfach, afrikanisch, relaxt.

                Was natürlich nicht fehlen darf, ist ein Besuch der Sunset Bar pünktlich zum Sonnenuntergang. Die Sunset Bar, die zum Africa House Hotel gehört, bietet auf ihrer Terrasse einen wundervollen Blick auf den Indischen Ozean während man genüsslich einen Cocktail schlürft. Die Sicht ist auf jeden Fall ein Highlight, allerdings ist der Spot längst kein Geheimtipp mehr, da viele Guides mit ihren Touren hierherkommen, um die letzten Sonnenstrahlen zu erhaschen. 

                Exquisite Küche, ausgefallene Cocktails und ein luxuriöses Ambiente bekommt ihr im The Beach House Restaurant. Hier könnt ihr mit einem Drink in der Hand in der Hängematte direkt an den Balustraden zum Meer hin relaxen. Anschließend ein leckeres Dinner mit Meeresfrüchten und Fisch auf der Terrasse runden einen perfekten Romantikabend ab. 

                Für das authentische Afrika-Feeling und einen besonderen Ausklang des Tages empfehlen wir ganz klar das Tea House Restaurant. Diese Bar liegt zwar nicht direkt an der Strandpromenade, allerdings so weit über den Gassen, dass ihr auf der Dachterrasse unter fast freiem Himmel einen wundervollen Blick auf das Meer und die Steinerne Stadt habt. Serviert wird authentisch afrikanische Küche und ihr sitzt gemütlich auf Kissen auf dem Boden.

                Hotels

                Wenn ihr doch etwas länger in der Stone Town bleiben möchtet, gibt es ein Hotelangebot für jeden Geldbeutel. Doch denkt bei eurer Buchung daran, dass der afrikanische Standard unter dem Europäischen liegt.
                Typisch afrikanisch und preislich in der Mittelklasse angesiedelt sind das Kisiwa House und das Dhow Palace Hotel – beide direkt in Stone Town gelegen. Soll es nur eine günstige Übernachtung sein, gibt es auch einige Unterkünfte mit Schlafsälen – natürlich inzwischen auch mit kostenfreiem Wlan.
                In der gehobenen Preisklasse sind einige tolle Hotels direkt im Zentrum zu finden, wie das DoubleTree by Hilton, mit einem Charme aus 1001 Nacht oder dem Park Hyatt Zanzibar, direkt am Strand gelegen.

                Nur wenige Kilometer außerhalb, in der Region Sansibar Stadt, sind darüber hinaus einige äußerst luxuriöse Hotels und Resorts zu finden, die besondere Momente bescheren. Hier möchten wir euch einmal das Zanzi Resort und das Madinat Al Bahr Business und Spa Hotel empfehlen.

                Alles was ihr für euren Trip nach Sansibar Stadt wissen solltet

                Geld & Preisniveau

                Die Währung in Tanzania ist der Tansania Schilling. Wir empfehlen euch ganz klar, immer Bargeld dabei zu haben, denn Kartenzahlung ist noch nicht vollständig verbreitet und Bargeld ist in den Shops gern gesehen. Falls ihr mit Bargeld nach Tansania gereist sein, könnt ihr US-Dollar und Euros in den Wechselstuben der Stadt tauschen, allerdings ist dies nicht günstig. US-Dollar werden zwar auch gerne angenommen, allerdings erhaltet ihr einen deutlich schlechteren Wechselkurs in den Geschäften, als in den Wechselstuben. Die ganz wenigen Geldautomaten der Insel findet ihr nur am Zanzibar Airport und in Stonetown. Einige dieser Geldautomaten findet ihr in der Nähe von Malindi Grounds und am Hafen. 
                Auf der restlichen Insel gibt es keine weiteren Geldautomaten. 

                Das Preisniveau auf Sansibar ist, wie für Inseln üblich, etwas höher als auf Tansania. Hintergrund ist, dass alles importiert werden muss und auch das Zollsystem eine Rolle spielt. Allerdings: wer gerne wie  die Einheimischen ausgeht, kann hier sehr günstig und weit unter dem deutschen Niveau seine Reise verbringen. Luxushotels, elegante Restaurants und Markenprodukte haben in den Touristen ihre Zielgruppe gefunden, weshalb man für eine Nacht in einem Ressort in der Hauptsaison gerne zwischen 150-200 € zahlen kann. 

                Wetter

                Abgesehen von der großen Regenzeit von März bis Mai, in welcher einige Hotels geschlossen haben, empfiehlt sich ganzjährig ein Besuch der Stadt. Bedenkt in den heißeren Monaten frühzeitig aufzubrechen, da Sightseeing bei 30 Grad Celsius einfach weniger Spaß macht. Die leicht kühleren Monate sind Juni bis August, wenn ihr der großen Hitze entgehen möchtet. Detaillierte Informationen zum Wetter könnt ihr auch auf unserer Infoseite zum Reisewetter bekommen: Beste Reisezeit Sansibar 

                Transport

                Einen richtigen öffentlichen Nahverkehr gibt es auf Zanzibar nicht. Jedoch gibt es Sammelbusse, die sogenannten Dala Dalas, Taxen und einige private Transportangebote, die überwiegend auf Touristen ausgerichtet sind. Die meisten Hotels helfen euch dabei eine Tour oder auch nur einen Fahrer für eine Fahrt nach Sansibar Stadt zu organisieren. Der Flughafen befindet sich direkt außerhalb der Stadt und ihr erreicht ihn von der Stadt aus am besten mit einem Taxi – für diese kurze Fahrtstrecke müsst ihr ca. 15-20 € zahlen.

                Sprache

                Da die Insel sehr vom Tourismus lebt, sprechen viele der Einwohner neben ihrer Landessprache Swahili auch Englisch. Auf den Märkten und den Sehenswürdigkeiten der Steinernen Stadt solltet ihr mit Englisch gut zurechtkommen. Allerdings, wie überall, freuen sich die Bewohner, wenn man einige höfliche Floskel wie das gängige Begrüßungswort Jambo kennt. 

                Sicherheit

                Das Archipel ist generell sehr sicher, leben die Einwohner doch vom Tourismus. Wie in jeder Stadt ist die Kriminalität leicht erhöht gegenüber den ländlichen Gebieten und vereinzelt kommen Taschendiebstähle vor. Ihr solltet einfach einen Blick auf eure Sachen behalten, könnt euch allerdings sonst recht sicher bewegen.

                Religion und Ramadan

                Da Sansibar muslimisch geprägt ist, gilt es einige Gepflogenheiten zu beachten. Während ihr euch im Hotel problemlos im Bikini zeigen könnt, solltet ihr euch in Sansibar Stadt und den Dörfern etwas bedeckter halten. Dies bedeutet für Frauen, dass besonders die Schultern und Knie bedeckt sein sollten.

                Auch während des Ramadans ist ein Besuch von Stone Town problemlos möglich. Allerdings solltet ihr während dieser Zeiten insbesondere auf das Rauchen und den Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit verzichten. Ein Highlight ist es übrigens während des Ramadans den Forodhani Market zu besuchen: Sobald die Sonne untergegangen ist und das Essen wieder erlaubt ist, füllt sich der Park mit Einheimischen.

                 Sansibar Stadt und Stone Town gehören auf jeden Fall zu den aufregenden Reisezielen und ihr solltet eure Gelegenheit auf keinen Fall verpassen: Bucht gleich eure Tour in diese vielfältige und charmante Stadt. 

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